Vegetationsbedingungungen von Rasenflächen

Aus ökologischer Sicht ist der jeder Eingriff in den Baumbestand sicher bedauernswert. Es gibt allerdings keine Alternative, wenn der Golfbetrieb auch zukünftig, mit attraktiven Grüns, fortgeführt werden soll. Seit dem Bau des Platzes vor 60 Jahren hat die Zahl und Größe von Bäumen und Sträuchern stetig zugenommen, ohne wesentliche begrenzende Pflege. Deshalb ist auch der Umfang jetzt gravierender. Andererseits werden (und müssen laut Auflage Kreis Viersen) wir als Ausgleich die ökologisch sehr bedeutsamen Heide- und Magerwiesenflächen aufwerten und ausweiten.

Im nachfolgenden Diagramm sind die wesentlichen Einflußfaktoren auf Rasenflächen insbesondere der Grüns auf Golfplätzen dargestellt. Für die Golfplatzpflege planen wir deshalb im laufenden Jahr die Vegetationsbedingungen der strukturell schlechteren Grün Bahn 2, 7, 9, 10 und 13 zu verbessern.

Die Klimafaktoren Licht, Wasser, Wind, Temperatur werden wesentlich durch Bäume entlang der Spielflächen beeinflusst.
Licht übt neben den Wachstumsfaktoren Wasser und Nährstoffen einen entscheidenden Einfluss auf das Wuchsverhalten und die Entwicklung fotosynthetisch aktiver Pflanzen aus. Ohne eine ausreichende Lichtzufuhr ist kein Stoffaufbau möglich. Das für Rasenflächen wichtige Regenerationswachstum unterbleibt. Viele Rasenflächen in Schattenlagen weisen daher sehr geringe Bodendeckungsgrade und schwach ausgebildete Gräser auf.


Auswirkungen bei Lichtmangel

  • sinkender Chlorophyllgehalt, daher schlechtere Lichtausbeute
  • schlechterer Grünaspekt
  • kleinere Blätter
  • dünnere, weichere, wässrige Blätter
  • geringeres Wachstum
  • geringere Bestockung und Narbendichte
  • Aufbrauchen der Reservekohlenhydrate, keine Regenerationskraft
  • ständiger Stoffabbau bis zum Absterben

 

Rasengräser bestehen je nach Grasart zu 80 bis 90% aus Wasser.
Ohne ausreichende Wasserversorgung brechen die Stoffwechselvorgänge in der Pflanze zusammen und es kommt zu Trockenschäden.
Der tägliche Wasserbedarf der Gräser schwankt je nach Grasart, Temperatur und Verdunstung zwischen 1 und mehr als 5 l/m² (Tabelle 1). Während des Sommers liegt er im Mittel bei etwa 4 l pro m². Flächen unter bzw. nahe Bäumen werden nie zu einem belastbaren Funktionsrasen werden, weil die Wurzeln der Bäume zu oft nahe am Boden liegen. Mit dem dadurch verursachten Wasserentzug in Kombination mit Beschattung kommen Rasengräser auf Dauer nicht klar.

Was soll nun geschehen?

Im Februar 2017 wurde deshalb die Auflichtung des Baumbestandes an den Grüns 2,7,9,10 und 13 durchgeführt. Die Maßnahme betraf 60 Bäume.

Die entsprechenden Bäume wurden ausgewählt und markiert durch den Club beratende Sachverständige: Baumgutachter Ronald Buiting, Arnheim und Golfpflegeberater Seve Schmitz, Korschenbroich. In einem Ortstermin haben die Untere Landschaftsbehörde Kreis Viersen und der Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben / Bundesforst der Aktion zugestimmt.

Der Platz